Bauen mit Bambus - Eine sichere Zukunft

Manila, Philippinen

Häufige Naturkatastrophen und eine jährlich um rund zwei Millionen wachsende Bevölkerungszahl sorgen auf den südostasiatischen Philippinen für alarmierende Wohnungsnot. Eine von der Hilti Foundation entwickelte Bauweise mit Bambus verhilft Betroffenen günstig zu einem sicheren Dach über dem Kopf. Zugleich fördert das umweltfreundliche Projekt die heimische Bau- und Agrarwirtschaft.

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Bambus hat von Natur aus bemerkenswerte Eigenschaften: Es wächst schnell und in grossen Mengen, es ist so stabil, dass es Stürmen trotzt und dennoch biegsam genug, um Erdbeben standzuhalten. Kurz: das ideale Baumaterial, aus dem philippinische, leidgeprüfte Träume sind.



Und einen solchen hatte auch Corinna Salzer, als sie im Auftrag der Hilti Foundation 2013 nach einem verheerenden Taifun begann, eine Baumethode zu entwickeln, bei der man das vor Ort reichlich wachsende Süssgras als tragendes Element verwenden könnte.











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Das erste Haus mit einem Tragwerk aus Bambus zimmerte die Bauingenieurin noch eigenhändig mit einem lokalen Schreiner. Heute stehen dank vieler, vor Ort eingeschulter Fachkräfte bereits mehrere hundert solcher Häuser. Meist einfache Wohneinheiten, die aus lediglich zwei Zimmern, einem Bad und einer überdachten Aussenküche bestehen, die einen entscheidenden Unterschied zwischen einem Leben unter freiem Himmel und einem sicheren Zuhause machen.

Bambus bietet noch einen weiteren, entscheidenden Vorteil: Von der Ernte über den Transport bis zur eigentlichen Verarbeitung liegt die gesamte Wertschöpfungskette in den Händen der einheimischen Bevölkerung – und sorgt so gleichzeitig für neue Arbeitsplätze und Erwerbsquellen im Land.

Was 2013 als Pilotprojekt begann, ist mittlerweile zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden. Gemeinsam mit der weltweit tätigen Hilfsorganisation «Habitat for Humanity» ist allein in den nächsten 3 bis 5 Jahren der Bau von 10'000 Häusern mit Bambuskonstruktion geplant – darunter auch grössere, kommunale Bauwerke oder Anbauten an bestehende Komplexe.

Für die Hilti Foundation hat sich angesichts solcher Dimensionen das Hauptaugenmerk des Engagements naturgemäss verändert: Heute liegt der Fokus in der Weiterentwicklung von Technologie und Material sowie der Ausbildung von lokalen Fachkräften. Zudem unterstützt die Hilti Foundation mit ihrem Know-how, die Qualitätsstandards der Bauwerke nachhaltig zu sichern und zu verbessern sowie Arbeitsabläufe zu standardisieren und zu vereinfachen.


Der Blick ist dabei bereits in die Zukunft gerichtet, auf Regionen mit ähnlich problematischer Wohnungssituation und mit Bambus als natürlich vorkommender Ressource. Gemeinsam mit Partnerorganisationen und örtlichen Behörden soll der Technologie in den nächsten Jahren nicht nur in weiteren asiatischen Ländern, sondern auch in anderen Erdteilen – wie etwa in Südamerika – zum Durchbruch verholfen werden.

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Mann der ersten Stunde
Hazem Fadrigo ist jener Schreiner, mit dem die Hilti Foundation 2013 das allererste Haus in der neuen Bambus-Technologie auf den Philippinen errichtete. Was Hazem Fadrigo selbst zunächst nur als Gelegenheitsjob ansah, entwickelte sich auch für ihn zu einer echten Erfolgsgeschichte: Mittlerweile ist der 45-jährige Vorarbeiter ein gefragter Mann, der bereits am Bau von weit über 100 Häusern mitgewirkt hat und sein wertvolles Praxiswissen an einheimische Berufskollegen weitergibt.

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Von der Verkäuferin zur Bauarbeiterin
Die Vorteile der Bambus-Bauweise liegen nicht nur in der Wertschöpfungskette im eigenen Land, sondern auch im verhältnismässig leichten Baumaterial. Das eröffnete auch Frauen wie Cheridee Makalalad neue Berufschancen: Die 28-jährige,

alleinerziehende Mutter schaffte den Sprung von einer einfachen Verkäuferin zu einer versierten Bauarbeiterin. Durch den neuen Job hat sich nicht nur ihr täglicher Arbeitsweg deutlich verkürzt, sondern Cheridee Makalalad verdient auch endlich genug, um ihre Kinder in die Schule schicken zu können.

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Tätigkeit seit: 2013

Region:
Südostasien; Erweiterung auf weitere Teile Asiens und auf Südamerika in Planung

Partner:
- Base Bahay Foundation
- Habitat for Humanity
- Gawad Kalinga
- lokale Behörden und Regierungen