10 Jahre ohne sicheres Zuhause

Stellen Sie sich vor, man entscheidet über Sie, Ihnen wird über Nacht Ihr Zuhause genommen und Sie sind gezwungen, mit dem, was Ihnen geblieben ist, wieder aufzubauen. Für die meisten Menschen ist dies unvorstellbar, doch für Rodelio und Marivic wurde es Realität. Das Land, das ihre Familie seit Generationen bewirtschaftet hatte, wurde für die Bebauung geräumt, wodurch sie einer ungewissen Zukunft entgegenblicken.

Ein Unterschlupf aus Schrott und Willenskraft

Seit jeher hatte die Familie von Rodelio und Marivic in den Zuckerrohrplantagen von Panaogao, Silay, gelebt. Beide stammen aus Familien von Zuckerrohrbauern und haben ihr Leben lang auf diesemLand gearbeitet. Doch 2009 wurde ihre Welt auf den Kopf gestellt, als die Landbesitzer beschlossen, das Land in ein Neubaugebiet umzuwandeln und die Häuser der Bauern abzureißen. Rodelio, Marivic und drei ihrer sechs Kinder hatten plötzlich kein Zuhause mehr. „Wir empfanden es als ungerecht, dass sie unser Haus abrissen und uns von dem Land vertrieben, auf dem unsere Vorfahren gelebt hatten“, erinnert sich Rodelio. Da sie nirgendwo hin konnten, lebten sie drei Tage lang auf der Straße, bevor sie sich an einem Bach eine provisorische Unterkunft bauten. Ihr aus natürlichem Bambus und Schrottmaterialien errichtetes Notquartier war instabil und reichte kaum für ihre Familie aus. Trotz der harten Bedingungen arbeitete das Paar unermüdlich – Rodelio als Tricycle-Fahrer und Marivic baute Gemüse an, um über die Runden zu kommen. Die Lebensumstände am Bach waren prekär. Ihr Zuhause wurde durch ein Erdbeben beschädigt, 2013 spülte der Taifun Yolanda ihren Gemüsegarten weg. Aber sie blieben bei all dem standhaft. „Solange wir drei Mahlzeiten am Tag essen konnten, waren wir dankbar“, sagt Rodelio.

Das Leben am Bach war prekär. Ihr Zuhause wurde durch ein Erdbeben beschädigt, und später, im Jahr 2013, spülte der Taifun Yolanda ihren Gemüsegarten weg. Doch trotz allem blieben sie widerstandsfähig. „Solange wir drei Mahlzeiten am Tag essen konnten, waren wir dankbar“, sagt Rodelio.

Provisorische Unterkunft an einem Flussufer in Silay City, die veranschaulicht, wie Rodelios früheres Haus ausgesehen haben könnte.

Provisorische Unterkunft an einem Flussufer in Silay City, die veranschaulicht, wie Rodelios früheres Haus ausgesehen haben könnte.

Ein Neuanfang in einem Haus für die Zukunft

Bereits zehn Jahre lang hatte die Familie unter diesen Bedingungen gelebt, als Rodelio eines Tages von einem Wohnprojekt erfuhr, das informellen Siedlerfamilien helfen sollte, und sich bewarb. Anfang 2019 erhielt die Familie die Nachricht, dass sie sich qualifiziert hatte, was wieder Hoffnung gab. Durch das Einbringen von 400 Stunden Eigenarbeit halfen sie beim Bau ihres zukünftigen Heims, einem katastrophenresistenten Haus mit der von der BASE Bahay Foundation entwickelten Cement-Bamboo Frame Technology (CBFT). Im März 2020 zogen sie in ihr neues Zuhause ein, ein Moment, der sich für sie wie ein lang ersehnter Segen anfühlte. „Wir hätten nie gedacht, dass wir einmal ein Haus wie dieses haben würden“, sagt Marivic unter Tränen.

Roledio in seinem Laden, den die Familie als Anbau an das Haus gebaut hat.

Roledio in seinem Laden, den die Familie als Anbau an das Haus gebaut hat.

Heute ist ihr neues Zuhause ein Symbol für Sicherheit und Würde. „Wir müssen uns keine Sorgen mehr machen, dass es abgerissen oder wir vertrieben werden“, sagt Rodelio. Ihr neues Zuhause, das in Zusammenarbeit von Habitat for Humanity und der Hilti Foundation gebaut wurde, bietet ihnen nicht nur Schutz, sondern auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Mit der Hilfe ihrer Kinder haben sie ihr Haus erweitert und einen kleinen Laden eröffnet. „Dieses Haus ist jetzt unser Leben“, sagt Rodelio stolz. „Es ist etwas, das wir hinterlassen können, eine Erinnerung daran, wie weit wir gekommen sind.“

 

Cement Bamboo Frame Technology (CBFT)

CBFT-Häuser im Bau in Negros Occidental, eines davon wird nun von Rodelio und seiner Familie bewohnt.

CBFT kombiniert die Langlebigkeit von Zement mit der Flexibilität und Nachhaltigkeit von Bambus und schafft so katastrophensichere Häuser, die sowohl umweltfreundlich als auch bezahlbar sind. Diese Technologie wurde speziell dafür entwickelt, den extremen Bedingungen in katastrophengefährdeten Gebieten, wie Taifunen und Erdbeben, standzuhalten und bietet gefährdeten Gemeinden sichere und dauerhafte Unterkünfte.

 

Partnerschaften für Wirkung in großem Maßstab

Luftaufnahme der Gemeinde Negros Occidental.

Die Hilti Foundation treibt in Zusammenarbeit mit der Base Bahay Foundation und Habitat for Humanity bezahlbare Wohnbauprojekte auf den Philippinen und in Nepal voran, bei denen die CBFT-Technologie zum Einsatz kommt. Gemeinsam arbeiten sie daran, einkommensschwachen Familien auf den Philippinen und in Nepal stabile, widerstandsfähige Häuser zur Verfügung zu stellen, die als Grundlage für Sicherheit und langfristige Entwicklung der Gemeinschaft dienen.

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