Goddios Funde ausgestellt: Kolossale Statuen aus Thonis-Herakleion jetzt im Großen Ägyptischen Museum

Zwei kolossale Statuen, die Franck Goddio und sein Team aus der antiken versunkenen Stadt Thonis-Herakleion (Bucht von Abukir) geborgen haben, sind nun im Grossen Ägyptischen Museum in Gizeh, nahe Kairo, ausgestellt. Sie sind Teil eines der weltweit grössten unterwasserarchäologischen Forschungsprojekte, das von der Hilti Foundation unterstützt wird.  

 Bevor sie sie an die Oberfläche bringen, untersuchen die Archäologen Franck Goddio und sein Team die kolossale Rotgranitstatue eines ptolemäischen Königs.

 Bevor sie an die Oberfläche gebracht wurde, inspizierten die Archäologen Franck Goddio und sein Team die kolossale Rotgranitstatue eines ptolemäischen Königs, die über 5 Meter hoch war, 5,5 Tonnen wog und in 5 Fragmente zerbrochen war. Sie wurde nahe dem Amun-Tempel auf dem Gelände der versunkenen Stadt Thonis-Herakleion gefunden. 

©Franck Goddio/Hilti Foundation, Foto: Christoph Gerigk 

Die beiden rund fünf Meter hohen Statuen eines ptolemäischen Königs und einer Königin aus rosafarbenem Granit wurden vom Europäischen Institut für Unterwasserarchäologie (IEASM) unter der Leitung von Franck Goddio vor der ägyptischen Küste aus dem Meer geborgen. Dieses unterwasserarchäologische Forschungsprojekt begann vor über 25 Jahren und dauert bis heute an. Für die Hilti Foundation markierte dieses 1996 begonnene Projekt den Ausgangspunkt ihres Engagements für eine damals noch relativ junge Wissenschaft. Die Unterstützung von Franck Goddios Pionierarbeit führte zur Entdeckung antiker Zivilisationen, die Jahrtausende lang unter meterhohen Sand- und Sedimentschichten auf dem Meeresboden verborgen lagen. 

«Die Unterstützung der Hilti Foundation ist für den Erfolg unserer Arbeit in Ägypten unerlässlich», sagt Franck Goddio, «Ohne sie könnten wir diese riesige Meereszone von etwa 110 Quadratkilometern nicht erforschen und all die Entdeckungen machen.» 

Und das Engagement hat sich ausgezahlt. Die Artefakte, die Franck Goddio und sein Team über all die Jahre mit akribischer Arbeit und dem Einsatz modernster Technologien ans Licht gebracht haben, übertrafen alle Erwartungen. Die Universität Oxford ist seit 20 Jahren Partner in Goddios Arbeit und arbeitet an den verschiedenen wissenschaftlichen Studien und Publikationen zu den vielen geborgenen Objekten mit. Diese haben jedoch nicht nur die wissenschaftliche Welt, sondern auch ein breites Publikum in ihren Bann gezogen. Mehrere Wanderausstellungen der „Versunkenen Schätze Ägyptens“ haben bereits Millionen Menschen rund um den Globus begeistert. 

Michael Hilti, Mitglied des Stiftungsrates der Hilti Foundation, freut sich über die neue Ausstellung der kolossalen Statuen im Grossen Ägyptischen Museum: «Es macht uns sehr glücklich, dass die Königin und der König aus Thonis-Herakleion nun Teil eines der grössten archäologischen Museen der Welt sind. Genau das wollen wir mit unserem Engagement erreichen: Neue, erfolgreiche Wege in der Erforschung vergangener Zivilisationen zu beschreiten und die Entdeckungen, das Wissen und die gewonnenen Erkenntnisse allen zugänglich zu machen.»

Vor der Gründung Alexandrias im Jahr 331 v. Chr. diente Thonis-Herakleion als Ägyptens größter Hafen. Die Stadt war auch von großer religiöser und politischer Bedeutung. Die Osiris-Prozession wurde jährlich im Amun-Tempel der Stadt abgehalten und sicherte die Kontinuität der Pharaonenherrschaft. Mehrere Erdbeben folgten Gezeitenwellen, die wiederum eine Verflüssigung auslösten, wodurch große Gebiete des Nildeltas ins Meer sanken, und mit ihnen die Stadt Thonis-Herakleion. Sie war Jahrtausende lang begraben und wurde erst im Jahr 2000 von IEASM wiederentdeckt. 

Das Grand Egyptian Museum, das die größte Sammlung ägyptischer Altertümer beherbergt, soll Ende des Jahres offiziell eröffnet werden. Kleine, geführte Gruppen dürfen jedoch bereits die Große Halle des zukünftigen Museums besuchen und die Kolossalstatuen besichtigen. 

Europäisches Institut für Unterwasserarchäologie (IEASM) 

Das IEASM wurde 1987 von seinem Präsidenten Franck Goddio als französische Non-Profit-Organisation gegründet. Ziel des Instituts ist es, untergetauchte Stätten zu lokalisieren, zu erforschen, auszugraben und zu restaurieren. IEASM arbeitet in seinen Forschungsmissionen sowie bei der Untersuchung und Veröffentlichung der Ergebnisse mit Wissenschaftlern und Experten verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen zusammen. Darüber hinaus organisiert IEASM Ausstellungen, um der breiten Öffentlichkeit Zugang zu den Entdeckungen zu ermöglichen. 

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